Jahrespressegespräch 2026

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Saarländische Sparkassen behaupten sich in schwierigem wirtschaftlichen Umfeld

Zusammenfassung: Saarlands Sparkassen mit solidem Geschäftsjahr 2025

  • Bilanzsumme wächst auf 21,3 Milliarden Euro – Stabilitätsanker in unsicheren Zeiten
  • Privatkunden-Kreditbestand 6,74 Milliarden Euro, Neugeschäft rund 1 Milliarde Euro (+10,6 Prozent)
  • Kreditneugeschäft mit Unternehmen steigt um 21 Prozent auf über 1 Milliarde Euro
  • Wohnungsbaufinanzierungs-Neugeschäft: 1,27 Milliarden Euro (+20 Prozent)
  • Wertpapiergeschäft auf Rekordniveau – Nettoabsatz erhöht sich auf 269 Millionen Euro
  • Cost-Income-Ratio von 62,2 Prozent – gute Effizienz
  • S-App mit 272.000 Nutzenden im Saarland – S-Neo erschließt Kapitalanlage für alle

Die sechs saarländischen Sparkassen haben das Geschäftsjahr 2025 solide abgeschlossen – in einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld, das von strukturellen Herausforderungen und geopolitischen Unsicherheiten geprägt war. Bilanzsumme, Kreditvergabe und Wertpapiergeschäft wuchsen dennoch. Der Jahresüberschuss stieg auf 29,2 Millionen Euro.

Bilanzsumme und Marktstellung

Die Bilanzsumme stieg um 2,5 Prozent auf 21,3 Milliarden Euro (2024: 20,8 Mrd. €). Kredite an Kunden legten auf 15,0 Milliarden Euro zu (2024: 14,8 Mrd. €, +1,0 %), Einlagen wuchsen auf 16,3 Milliarden Euro(2024: 15,9 Mrd. €, +2,7 %).

„Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zeigt sich, was Verlässlichkeit bedeutet. Die saarländischen Sparkassen stehen an der Seite ihrer Kundinnen und Kunden – mit Beratung, Finanzierung und einer starken regionalen Präsenz", betont Cornelia Hoffmann-Bethscheider, Präsidentin des Sparkassenverbandes Saar.

Marktführer bei Privatkunden

Der Privatkunden-Kreditbestand wuchs auf 6,74 Milliarden Euro (2024: 6,54 Mrd. €, +3,1 %). Das Kreditneugeschäft erreichte knapp 1 Milliarde Euro (2024: 903 Mio. €, +10,6 %). Konsumentenkredite gingen auf 119 Millionen Euro (2024: 136 Mio. €, –12,7 %) zurück. Mit einem Anteil von 45 Prozent an den Hauptbankverbindungen verteidigten die Sparkassen ihre Marktführerschaft bei den Privatkunden.

Starkes Wachstum bei Firmenkunden

Die Darlehenszusagen an Unternehmen wuchsen um 21 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro (2024: 862 Mio. €) – der stärkste Anstieg seit Jahren, vor allem für Ersatzinvestitionen. Der Unternehmenskreditbestand liegt bei 6,4 Milliarden Euro (2024: 6,26 Mrd. €, +2,1 %), der Marktanteil stabil bei rund 40 Prozent.

Wohnungsbau zog in 2025 an

Die Darlehenszusagen im Wohnungsbau an private und gewerbliche Kreditnehmer stiegen auf 1,27 Milliarden Euro (2024: 1,05 Mrd. €, +20,0 %), dominiert vom Erwerb von Bestandsimmobilien mit 1,14 Milliarden Euro (2024: 908 Mio. €, +25,2 %). Neubau ging auf 112 Millionen Euro (2024: 134 Mio. €, –16,5 %) zurück; Modernisierung und Sanierung legten auf 83 Millionen Euro (2024: 73 Mio. €, +14,1 %) zu. Zum Jahresende warteten bereits genehmigte Zusagen von 346 Millionen Euro (2024: 263 Mio. €) auf den Baubeginn.

Einlagen und Wertpapiergeschäft

Die Gesamteinlagen stiegen auf 16,29 Milliarden Euro (2024: 15,87 Mrd. €, +2,7 %). Das Anlageverhalten wandelt sich: Eigenemissionen wuchsen auf 1,32 Milliarden Euro (2024: 1,14 Mrd. €, +15,5 %), klassische Spareinlagen gingen auf 2,56 Milliarden Euro (2024: 2,73 Mrd. €, – 6,3 %) zurück, Termingelder auf 1,60 Milliarden Euro (2024: 1,77 Mrd. €, –9,3 %).

Der Wertpapier-Nettoabsatz sprang von 103 auf 269 Millionen Euro (+160 %) – davon 227 Millionen Euroallein bei Privatpersonen (2024: 131 Mio. €, +73,7 %). Der Wertpapierumsatz stieg auf 3,17 Milliarden Euro(2024: 2,60 Mrd. €, +21,9 %), die Gesamtwertpapierkäufe der Kunden auf 1,72 Milliarden Euro (2024: 1,35 Mrd. €, +27,2 %).

„Die Steigerung des Nettoabsatzes bei Wertpapieren zeigt: Der Wunsch, am wirtschaftlichen Wertzuwachs auch über die Finanzmärkte teilzuhaben, ist im Saarland längst angekommen", unterstreicht Präsidentin Hoffmann-Bethscheider.

Ertragslage

Der Zinsüberschuss normalisierte sich auf 396,3 Millionen Euro (2024: 409,4 Mio. €, –3,2 %). Der Provisionsüberschuss wuchs um 10,8 Prozent auf 143,7 Millionen Euro (2024: 129,7 Mio. €). Der Verwaltungsaufwand legte – vor dem Hintergrund spürbarer Tariflohnsteigerungen nicht überraschend – ebenfalls um gut 5 Prozent zu. Der Jahresüberschuss von 29,2 Millionen Euro liegt über dem Vorjahr.

„Die Cost-Income-Ratio von 62,2 Prozent ist für Retailinstitute ein guter Wert und belegt: Die saarländischen Sparkassen wirtschaften effizient", stellt Dr. Christian Molitor, Geschäftsführer des Sparkassenverbandes Saar, fest.

Junge Kunden, S-Neo und WERO

Die S-App mit 272.000 Nutzenden im Saarland und 20 Millionen bundesweit ist das digitale Rückgrat – wiederholt ausgezeichnet als beste Banking-App. Mit S-Neo steht ein digitales Depot direkt in der App bereit. Der Wettbewerb um junge Kundinnen und Kunden hat sich in den vergangenen Jahren deutlich intensiviert – dennoch vertrauen mehr als zwei Drittel der 18- bis 29-Jährigen bei wichtigen Finanzentscheidungen persönlichen Beratern mehr als Online-Quellen. Rund 130 Filialen sichern diese Beratung vor Ort. Das europäische Zahlungssystem WERO zählt über 52 Millionen Nutzer in Europa und auch saarländische Unternehmen, beispielsweise viele Kino-Ketten oder Online-Shops, bieten bereits Wero als Zahlungssystem an– ergänzt durch 270 Geldautomaten für die flächendeckende Bargeldversorgung.

Wirtschaft und Konjunktur im Saarland

Das wirtschaftliche Umfeld des Jahres 2025 war von einer Vielzahl geopolitischer und struktureller Risiken geprägt: Nahost-Konflikt, Russland-Ukraine-Krieg, Handelskonflikte und anhaltende Energiepreisrisiken bestimmten das globale Bild. Dennoch zeigte die Weltwirtschaft eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit.

Die Inflation in der Eurozone, die 2022/2023 auf über zehn Prozent gestiegen war, hat sich bis 2025 spürbar normalisiert. Für 2026 prognostiziert die DekaBank wegen der neuerlichen Störfaktoren aus dem Irankrieg eine Gesamtrate von 2,7 Prozent, 2027 soll das EZB-Inflationsziel von zwei Prozent wieder erreicht werden – ein klares Signal, dass mit einer Preisexplosion analog der vergangenen Jahre nicht zu rechnen ist.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt bewegte sich 2025 auf niedrigem, aber stabilem Niveau. Nach den Rückschlägen der Energiekrisenjahre 2022 und 2023 zeichnet sich eine vorsichtige Erholung ab: Die DekaBank erwartet für 2026 ein Wachstum von 0,8 Prozent, für 2027 von 1,2 Prozent. Kein Boom – aber solide Planungsgrundlage.

Entscheidend für die Sparkassen ist die nachhaltige Zinswende: Der EZB-Einlagensatz hat sich nach der Nullzinsphase der 2010er-Jahre auf einem wirtschaftlich gesunden Niveau stabilisiert. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen liegen prognosegemäß bis 2030 bei rund 2,5 bis drei Prozent – ein struktureller Vorteil für das klassische Einlagen- und Kreditgeschäft.

„Die geopolitischen Unsicherheiten sind derzeit kaum zu überblicken. Trotzdem gibt es gute Gründe, eine moderate Entwicklung bei Preisen und Zinsen zu erwarten", ordnet Dr. Christian Molitor die Lage ein.

Ausblick

Trotz der strukturellen Herausforderungen und der aktuellen Unsicherheiten setzen die saarländischen Sparkassen auf konkrete Maßnahmen, um ihre Kundinnen und Kunden weiter verlässlich zu begleiten. Im Wohnungsbau können durch die Weiterentwicklung der Förderlandschaft erste positive Impulse entstehen. Zugleich bleibt die Gewinnung junger Kundinnen und Kunden eine zentrale strategische Priorität: Mit einem gezielten Nachwuchskundenkonzept wollen die Sparkassen junge Menschen frühzeitig erreichen und für Finanzthemen sensibilisieren. Mit S-Neo bieten sie zudem eine Antwort auf das wachsende Anlagebedürfnis – digitale Einfachheit verbunden mit persönlicher Beratung vor Ort.

„Die Zahlen des Jahres 2025 zeigen: Die saarländischen Sparkassen stehen stabil da – auch in einem schwierigen Umfeld. Wir haben unser Kundengeschäft weiterentwickelt, wichtige Zukunftsthemen angestoßen und bleiben verlässlicher Partner für die Menschen, Unternehmen und Kommunen im Saarland. Mit dieser Grundlage gehen wir mit Zuversicht in das Jahr 2026“, betont Hoffmann-Bethscheider.

Die Sparkassen im Saarland

Mit 3.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 170 Geschäftsstellen sind die saarländischen Sparkassen einer der größten regionalen Arbeitgeber des Landes. Die sechs Institute – Sparkasse Merzig-Wadern, Sparkasse Neunkirchen, Sparkasse Saarbrücken, Kreissparkasse Saarlouis, Kreissparkasse Saarpfalz und Kreissparkasse St. Wendel – sind in allen Landkreisen und dem Stadtverband Saarbrücken präsent.