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Interview mit der Sparkassenpräsidentin zur Selbstverpflichtung deutscher Sparkassen für klimafreundliches und nachhaltiges Wirtschaften

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Sehr geehrte Frau Hoffmann-Bethscheider, warum legen die saarländischen Sparkassen und die Saar LB diese relativ ehrgeizigen Klimaziele vor?

Wir wollen dazu beitragen, dass Unternehmen, Haushalte und Verwaltung in Deutschland die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreichen. Mit diesem Abkommen setzen sich Staaten weltweit das Ziel, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf "deutlich unter" zwei Grad Celsius zu begrenzen – möglichst sogar auf 1,5 Grad Celsius.

 

Mit welcher Grundhaltung stehen Sie zum großen Thema „Nachhaltigkeit?

Es ist wichtig – und es passt zu uns. Der Ursprung der Sparkassen liegt in der Aufgabe, allen Menschen ein finanziell selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Deshalb bieten die Sparkassen Beratung und Vorsorge, begleiten Unternehmen über viele Jahre bei ihren Vorhaben und engagieren sich für ein lebendiges gesellschaftliches Leben vor Ort. All das zählt bereits zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell. Doch wenn wir als Gesellschaft weiter selbstbestimmt leben wollen, dann müssen wir auch die ökologischen Grundlagen unseres Zusammenlebens schützen. Und zwar jetzt – nicht erst morgen.

 

Wozu genau verpflichten Sie sich?

Die saarländischen Sparkassen und die Saar LB arbeiten daran, ihren Geschäftsbetrieb bis 2035 CO2-neutral zu gestalten. Doch die Pariser Klimaziele sehen nicht nur vor, Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, mit Veränderungen des Klimawandels besser umgehen zu können. Deshalb arbeiten wir auch daran, Finanzierungen und Eigenanlagen auf Klimaziele auszurichten und gewerbliche wie private Kunden bei der Transformation zu einer klimafreundlichen Wirtschaft zu unterstützen.

 

Welche konkreten Ziele haben sich die Sparkassen und die Saar LB im Saarland in Sachen ökologisches Wirtschaften gesetzt – und bis wann?

Die saarländischen Sparkassen und die Saar LB wollen bis 2035 CO2 - neutral sein. Das ist ein anspruchsvolles Ziel. Es bedeutet, pro Jahr zwischen drei und fünf Prozent CO2 einzusparen. Nicht alle Emissionen werden vermeidbar sein. Unvermeidbare Rest-Emissionen werden durch geeignete Maßnahmen kompensiert.

 

Wie helfen Sie, wenn Unternehmenskunden klimafreundlicher werden möchten?

Ein erfolgreicher Klimaschutz in Deutschland braucht gerade die innovativen Mittelständler– und zwar alle, nicht nur die, die schon ganz und gar klimafreundlich wirtschaften. Unternehmen, die bei diesem Wandel noch am Anfang stehen, wollen wir bei ihren Anpassungsinvestitionen gezielt unterstützen.

 

Gibt es „grüne Produkte“ bei den saarländischen Instituten?

Wir unterstützen den nachhaltigen Wandel der Wirtschaft durch eine passende Auswahl z.B. an Wertpapieren. Unsere Kunden können konkret „etwas tun“, indem sie bei Vorsorge und Vermögensaufbau gezielt solche Geldanlagen auswählen oder ihrem Portfolio beimischen. Es gibt hier ein wachsendes Angebot, gerade auch von Anbietern aus dem Verbund der Sparkassen-Finanzgruppe.

 

Werden sie auch ihr gesellschaftliches Engagement und ihr Sponsoring auf ökologische Schwerpunkte ausrichten?

Wir fördern Initiativen, die dazu beitragen, dass es hier im Saarland den Menschen gut geht. Das lässt natürlich auch Raum für Umweltvorhaben. So wird es beispielsweise im kommenden Jahr eine Aktion geben, bei der wir Nachhaltigkeits-Projekte von saarländischen Firmen, Vereinen, Initiativen und Verbänden mit insgesamt 10.000,00 Euro unterstützen werden. Gleichzeitig wollen wir unsere langjährigen Partnerschaften mit kulturellen und sportlichen Initiativen nicht gefährden. Die letzten Monate haben sehr deutlich gezeigt, wie wichtig gesellschaftlicher Zusammenhalt ist und dass wir auch dafür langfristig Mittel einsetzen sollten.

 

Warum unterzeichnen die saarländischen Sparkassen und die Saar LB genau jetzt diese Selbstverpflichtung?

Das Nachhaltigkeitsverständnis der Institute ist maßgeblich geprägt von ihrem öffentlichen Auftrag und den Grundsätzen für verantwortungsbewusstes Bankwesen der Vereinten Nationen. Das heißt: Für uns gehören soziale, wirtschaftliche und ökologische Belange zusammen. Es ist unternehmerisch sinnvoll, ökologisch zu denken. Es ist sozial verantwortlich, natürliche Lebensgrundlagen zu schützen. Aber umgekehrt gilt auch: Nur nach Umweltkriterien zu entscheiden, könnte viele lokale Arbeitgeber vor Probleme stellen. Der ökologische Wandel braucht möglichst viele Mitstreiter. Deshalb muss es einen gesellschaftlich tragfähigen Transformationsprozess geben, bei dem wir unsere Kunden begleiten werden.

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